Blogvorstellungen sind ja so ein Thema für sich. Oft werden sie lieblos gestaltet und man hofft einfach, dass das  gegenseitige Pushen funktioniert. Doch Lieblosigkeit zahlt sich nicht aus und der Leser übersieht solche Post eben auch ganz gerne mal. Daher habe ich für mich entschieden: Blogvorstellungen ja! Aber nur mit denen, die ich selbst ultra gern lese und mit entsprechender Vorarbeit und interessanten Fragen. Den Anfang meiner neuen Blogkategorie, die ich unter dem Titel „Interview“ laufen lassen, bildet die wunderbare Michelle von Mrs. Frankie Stein (amillionmilesfromhere)Ich verfolge sie sowohl bei Facebook, als auch über ihren Blog schon ganze Weile. Ich würde sogar behaupten, schon länger als ein Jahr. 

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Eine gewisse Sympathie gibt es schon daher, dass sie ebenfalls über Mode bloggt und zudem modelt. Das Ganze ohne zuviel Durcheinander unter einen Hut zu bekommen ist nicht immer einfach. Umso mehr freue ich mich, dass es bei ihr so gut gelingt (gerade dann, wenn ich selbst mal wieder mit meinem Konzept unzufrieden bin). Ich liebe ihre lässige, natürliche Ausstrahlung und den dazu passenden coolen Look. Ihre Fotos sind durch die Zusammenarbeit mit vielen namenhaften Fotografen natürlich auch immer hochwertig und die Styles gut in Szene gesetzt. Das alles macht das Gesamtbild ihres Blogs einfach interessant und ansehnlich. Denn welche Kombnation könnte besser sein als die der guten Fotografen, einem wunderschönen Model und gut gestylten Looks? Demnach das perfekte Rezept für einen Blog, dem man folge sollte. Doch nun genug von mir und lieber etwas mehr von ihr. Ich habe mir einige Fragen überlegt, die euch vielleicht interessieren könnten. Viel Spaß beim Lesen (und natürlich Bilder gucken!)

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 Die übliche Frage: Wie kamst du dazu, vor der Kamera zu stehen?

Ich habe schon immer gerne Fotos gemacht & als eine Freundin von mir über diese Internetseite sprach, bei der man sich als (Hobby)model anmeldet & Fotografen findet, habe ich mich sofort angemeldet. Diese Seite, www.model-kartei.de würde ich allerdings jetzt niemandem mehr empfehlen, da sich dort meiner Meinung nach mehr Amateure, als richtige Fotografen tummeln. Ich hatte ein paar ziemlich schlimme Shootings mit Fotoanfängern und habe mit der Zeit immer bessere Fotografen bei Zusammenarbeiten kennengelernt.

Hast du bei einem Shooting schon einmal richtig schlechte Erfahrungen sammeln müssen? (lüsterner Fotograf, keine Bilder nach dem Shooting etc.)

Im Endeffekt war ich immer recht furchtlos, was ich mir jetzt nicht mehr so ganz erklären kann. Vielleicht war ich auch einfach leichtsinnig, aber man muss schon sagen, dass ich einfach meistens ohne Begleitperson zu Fotoverabredungen gegangen bin ohne die Person dahinter ja wirklich zu kennen. Da bleibt es dann auch nicht aus, wenn man komische Erfahrungen macht. So richtig in Bedrängnis bin ich noch nie gekommen, aber dass Absprachen nicht eingehalten werden, ich kaum bis gar keine brauchbaren Fotos bekomme oder eben mit monatelanger Verspätung, kommt schon erschreckenderweise relativ häufig vor. Lüsterne Blicke sind teilweise auch dabei und auch der ein oder andere Kommentar. Meistens sind diese garnicht böse gemeint oder so, aber einem Modell zu sagen, dass es schöne Brüste hat oder so ist im Rahmen eines professionellen Shootings einfach unnötig und verärgert mich. Solche kleinen Gedankenlosigkeiten sind mir schon öfter passiert und vielleicht sehe ich das mit der Zeit auch echt eng, aber ich finde, dass Anspielungen auf Nacktheit einfach gar keinen Platz finden sollten wenn man zusammenarbeitet.

Was für eine Rolle spielt Mode in deinem Leben? 

Mode hat schon immer eine große Rolle in meinem Leben gespielt, weil ich wohl allgemein hin sowas bin, was man einen Exzentriker nennt. Natürlich drückt sich jeder durch seine Kleidung aus und somit war mein äußeres Erscheinungsbild immer ein Spiegel meiner Verfassung. Ihr wollt mich wirklich nicht Montags morgens sehen oder wenn ich nachts noch zum Späti laufe. Ich finde es einfach so interessant in welcher Verpackung sich Menschen absichtlich zeigen, denn nichts anderes ist ja unsere tägliche Kleidung. Man kann dadurch Menschen einschätzen, Zugehörigkeiten ermitteln, Statements ausdrücken.. Das fand ich schon immer faszinierend.

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 Hast du ein Ziel, das du mit deinen Tätigkeiten als Model & Bloggerin verfolgst?

Ehrlich gesagt nein. Mein Ziel, als ich den Blog startete war der, nicht meine Facebook Freunde vollzumüllen mit dem Kram den ich so loswerden muss. Ich habe irgendwie ein ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis, dem ich freien Lauf lassen musste. Wobei ich am Rande bemerkt , diesen Fakt auch gar nicht so negativ sehe wie viele. Ich hab der Welt halt scheinbar was zu erzählen, das ist weder arrogant noch sonstwie negativ – yo! Inzwischen verfolge ich mit dem Blog nur die Ziele Leuten eine Plattform zu geben auf der sie sehen können was ich so treibe, was mich so ausmacht und wen ich so cool finde.Und wenn es noch 2,3 Leute interessiert, hey, dann reicht mir das vollkommen als Ziel.

Wenn du nur noch drei Shootingthemen in deinem Leben umsetzen dürftest, welche wären es ? 

Auf Themen bezogen ist das eine schwierige Frage. Ich denke, dass genau das meine Fotos ausmacht, dass ich mich gar nicht so gern festlege. Es ist schwer, irgendwie bei mir eine klare Linie zu erkennen, aber ich bin tatsächlich genauso chaotisch wie man das vermuten mag. Mein bester Freund fragte mich mal, mit wem ich Fotos machen müsste, damit ich endlich das Gefühl hätte durch zu sein mit dem Thema. (Natürlich ist man mit einem Hobby niemals durch und ich hätte mindestens noch 100 andere Namen auf der Liste.) Ich antwortete ihm 3 Namen: Ellen von Unwerth, Kristian Schuller und Tim Walker.

Und zu guter letzt: Was gibst du Mädels auf den Weg, die auch gern als Model arbeiten würden? (sei es beruflich oder als Vollzeithobby)

1. Ich würde jedem mit auf den Weg geben, sich nicht kaputt zu machen. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe schon bei -3 Grad 2 Stunden draußen im Schnee Akt & Dessous geshootet und jetzt weiß ich gar nicht mehr, wie ich meinem Körper das antun konnte. An seine Grenzen gehen, schön und gut, aber manche Grenzen sind einfach dämlich.
2. Außerdem würde ich Mädchen empfehlen, die nicht unbedingt einen befreundeten Fotografen haben, Geld zu bezahlen für gute Fotos. Im Ernst, das hätte mir locker 1,5 Jahre schlechte Shootings erspart. Man muss immer schauen was man erreichen möchte, aber auch was man erreichen kann. Man sollte wirklich ehrlich zu sich selbst sein und danach überlegen, ob es sich lohnt Geld für gute Fotos zu bezahlen, mit denen man sich dann bei besseren Fotografen für freie Projekte oder ähnliches „bewerben“ kann. Grade am Anfang ist es schwer tolle Shootings zu kriegen.
3. Arbeite selber für deinen „Erfolg“. Es stellen sich alle immer so easy vor gute Fotos zu bekommen, aber mich hat das wirklich schon viel Zeit und Energie gekostet, von den Finanzen ganz zu schweigen. Aber es wird so gut wie nie jemand ankommen, der dir die Garderobe fürs Shooting stellt, oder immer eine Visagistin mitbringt oder der sich um Requisiten, Location und das Pferd kümmert. Ich habe bei super vielen Shootings selber alles besorgt, geregelt, angefragt und abgeklärt. Selbstverständlich rede ich hier nur vom Modeln als Hobby, denn mit dem richtigen Modelleben kenne ich mich garnicht selber aus. Aber da läuft natürlich alles noch viel geplanter und mit einem größeren Budget

 

fotocredits: coeval | mpassin | celina meow | pützografie

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7 thoughts on “Interview | Mrs. Frankie Stein

  1. normalerweise lese ich blogvorstellungen überhaupt nicht, weil ich die meistens total langweilig finde… vor allem, weil sie meist nur „hingeklatscht“ sind, – wie du ja selbst am Anfang sagst…

    und weil die blogs meistens nicht mit Bedacht ausgewählt sind… aber ich finde es toll, dass du nur deine favorites zeigst und ich hatte deinen link auf fb gesehen und mir wurde quasi jetzt der blog „schmackhaft“ gemacht… klingt irgendwie doof das wort… aber du weißt, was ich meine hahahah :D

    ich klick mich mal bei ihr durch ^-^

  2. Ich freue mich sehr auf mehr dieser Art.! Tolles Interview, die Interviewte finde ich sowieso cool, ich nehme sie genau so wahr, wie du sie beschreibst. Und die Antworten machen sie irgendwie nur noch sympathischer.

    Und was diese Blogvorstellungen betrifft – ich gebe dir Recht. Aber das ist ein guter, anderer Weg, es besser zu machen. Ich bin begeistert.

    Liebe Grüße,
    Casey