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Zu sagen, man sei „nicht normal“ ist so normal, wie jeden Tag Nahrung zu sich zu nehmen. Ich denke, jeder Mensch findet einige Eigenschaften von sich selbst seltsam. Vielleicht auch bestimmte Sorgen und Ängste. Man spricht nicht darüber und wenn, dann nur mit Vertrauten. So entsteht schnell der Eindruck man stände mit diesen Charakterzügen oder Vorstellungen alleine dar. Vertraut man sich dann doch jemandem an, trifft man öfter als man denkt auf Gleichgesinnte. Gern ist man dann zusammen „crazy“. Dies ist der harmlose Verlauf mit seinen kleinen Macken und Schwächen umzugehen, das gängige Einpendeln der Persönlichkeit. Diese Entwicklung findet meist in der Pubertät statt und schleppt sich mühsam mit herüber in das Erwachsenenalter. Ich habe sehr sehr lange dafür gebraucht zu mir selbst zu stehen. Mit allen Facetten. Auch diesen, die wirklich anecken und das nicht, weil ich so „crazy“ bin.

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Dazugehören um jeden Preis – Ob Tussi, Goth oder Rockerin

Ja, wir befinden uns in meiner Jugend. Diese war kein Kinderspiel und ich möchte um nichts in der Welt noch einmal die Mittelstufe besuchen. Dieser Weg der Selbstfindung war schmerzhaft, holprig und gespickt mit vielen Demütigungen. Ich war schon immer ein recht exzentrischer Mensch. Schon als Kind habe ich viel geredet, hatte keine Scheu vor anderen Menschen und habe gerne meine Freunde zu den merkwürdigsten Aktionen angestiftet. Bis zur fünften Klasse lief es auch relativ gut damit. Ich war zwar schon immer größer und viel dünner als die Anderen, doch man nahm es meist hin und ließ mich eben groß, dünn und irgendwie seltsam sein ohne es zu bestrafen. Später leider nicht mehr.

Ich habe mich weiterhin gekleidet, wie ich wollte, Frisuren ausprobiert und auch auf verschiedenste Weisen geschminkt. Mal war Paris Hilton mein Vorbild, mal Kate Moss. Für meine modischen Experimente in Kombination mit meiner dünnen Figur wurde ich allerdings am Laufenden Band beleidigt. „Ih du Magersüchtige“, „Iss doch mal was“, oder „Du Ekelhafte“ waren an der Tagesordnung, das Lachen auf dem Schulflur inklusive Fingerzeigen und sich offensichtlich über mich lustig machen auch. Merkwürdigerweise konnte ich die Verschmähungen über die Ferien kurieren und gestärkt – mit neuem Selbstbewusstsein (welches in den Augen meiner Mitschüler IMMER Arroganz war) in die Schule gehen. Dort ging es natürlich wieder von vorne los. Mein neu geschnittener Pony war hässlich, die Röhenjeans an meinen dünnen Beinen widerlich und ich würde mir ja sowieso einbilden ich sei schön, obwohl ich hässlich sei. Das Prozedere endete irgendwann beim Psychologen und einer Verweigerung der Schulpflicht.

Mein größter Wunsch war einfach mich auszuleben. Ob als blondes Püppchen, als Möchtgern-Kate Moss oder sonstige Ikone. So wie die meisten das tun. Kläglicher Scheitern kann man wohl nicht und wie ihr euch Denken könnt, endete meine Pubertät mit einem gewaltigen Knacks in meiner Selbstwahrnehmung und Persönlichkeitsentwicklung. Ich stand oft vorm Spiegel und habe mich gefragt „Ich sehe doch eigentlich ganz gut aus. Warum finden mich alle hässlich?

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Der Weg zurück – modische Fehltritte, persönliches Auf und Ab und die beginnende Festigung

Daraus mitgenommen habe ich für viele Jahre mich möglichst unsichtbar zu kleiden. Ich hatte den Spaß an Mode verloren und mich hinter dem PC verschanzt. Auch hier habe ich meine Vorbilder über das Internet weiterverfolgt und mich über Foren über meine Interessen ausgetauscht. Doch ich stand nicht mehr zu meinem Körper und hatte keinen Spaß mehr daran mich modisch zu kleiden. Im Gegenteil: ich habe mich verabscheut. Mich nicht mehr im Spiegel angesehen. Mich regelrecht gehen lassen. Der Weg aus dieser Hölle war lang und schmerzhaft. Doch ich habe im Kern niemals wirklich aufgegeben und so ging es schrittweise wieder vor ran. Vor allem der Wechsel auf die andere Schule aufgrund des Abiturs brachte den Umschwung. Neue Menschen, ein neues Alter, ein neuer Lebensabschnitt. Aus dem Versuch ein blondes Püppchen zu sein, wurde die Gegenbewegung. Ich war 17 und düster unterwegs. Fotoshootings im Gothikbereich, die erste richtige Beziehung zu einem coolen, abgefuckten Typen, schwarze Haare und wieder einmal das Gefühl nicht richtig dazuzugehören. Für die Metaler und Goths war ich nämlich die Tussi. Die ich für die coolen Kids ja nie war. So löste ich mich nach und nach auch aus dieser Szene und begann lockerer zu werden.

Mein Selbstbewusstsein kam Stück für Stück wieder zurück. Ich habe Freunde, die mich schon immer genommen haben, wie ich bin und es kamen Neue dazu, welche mich von Anfang an super fanden. Niemand machte mich mehr über mich lustig. Ich war akzeptiert. Auch wenn ich des Öfteren ein Einzelgänger war und bin. Diese Erfahrung war wirklich wie eine Erlösung. Ebenso das Haare färben vom Schwarz zurück zum Blond.

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Ich bin so wie ich bin – auf meinem Blog, vor meinen Freunden, vor Fremden und vor allem vor mir selbst

Heute sehe ich auf diese Zeit zurück und bin stolz darauf, wie es mir jetzt geht. Ich akzeptiere mich mit meinen Stärken und Schwächen und komme nicht mal mehr auf die Idee mich zu verstellen. Vor allem versuche ich nicht mehr mich in Schematas zu quetschen. Ich bin manchmal ein wenig Tussi, manchmal immer noch gern düster und auch gern rockig. Das spiegelt sich natürlich auch in der Kleidung wieder. Ich bin es leid einem standartmäßigen Bild zu entsprechen und werde es auch niemals tun. Dadurch ist es schwer mich einzuschätzen und einzuordnen. Menschen, die mich nicht gut kennen, tun sich daher oftmals schwer mit mir. Ich bekam schon einige Male die Rückmeldung, dass man bei mir nicht so recht wisse „wo man dran sei“. Ich kleide mich modisch, oft auch auffällig und bin trotzdem ruhig. Ich kann mich edel gestylt in einen Pub setzen und runtergerockt in eine Szenebar. Es ist mir egal. Wenn ich Lust habe auf dem Spieleabend schick zu sein, weil mir danach ist, dann bin ich schick. Ich lasse mir nichts mehr Gefallen. Gebe Kontra und stehe zu dem was ich trage und vermitteln will. Meine innere Stärke scheint sich inzwischen nach außen zu kehren und ich habe seit Jahren keinen Spruch mehr abbekommen. Was hinterrücks geredet wird, ist natürlich eine andere Sache. Mein Kleiderschrank bietet ebenso viele Facetten, wie meine Persönlichkeit. Daher führe ich einen Modeblog mit mehr als nur einer Stilrichtung. Ich bin nicht nur „das Rockchick“ oder „die Sportliche“ Nicht nur Casual und nicht nur elegant. Ich bin heute so und morgen so. Und das ist genau das, was ich immer sein wollte. Was ich als Kind war, zwischenzeitlich verlor und nun wieder bin.

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Mit diesem Beitrag nehme ich am Gewinnspiel der Follow your Nature Kampagne von Marc O’Polo auf Instagram teil. Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Marc O‘ Polo entstanden. Das heißt: ich habe mich vom Hashtag #followyournature zu diesem Beitrag inspirieren lassen und erzähle euch im Zuge dessen von dem Gewinnspiel. An diesem könnt ihr mit den Hashtags #followyournature und #marcopolo teilnehmen. Im Text verlinken könnt ihr Marc O’Polo mit @marcopolo.

Zu gewinnen gibt es einen unvergesslichen Trip ins wunderschöne London inkl. geführter Tour, 3-tägiger Hotelübernachtung, 500 Euro Taschengeld und ein Überraschungspaket von Marc O’Polo.

Dieser Beitrag ist sehr persönlich und ich hoffe ich mache damit einigen von euch Mut euch niemals unterkriegen zu lassen oder zu verstellen, nur um besser anzukommen. Habt ihr schon einmal ähnliche Erfahrungen sammeln müssen? Wie seid ihr damit umgegangen? 

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14 thoughts on “Mein Weg zu mir: Die Freiheit zu sein, wie ich bin

  1. Hey :) Ein wirklich sehr fesselnder und toll geschriebener Artikel. Ich finde es sehr mutig von dir, dass du so darüber schreibst und ich denke nichts zeigt deine heutige stärke besser, als dass du das kannst. Ich hatte während meiner Schulzeit auch mal eine „schlechte Phase“ auch in der Mittelstufe. Ich hab mich nirgends zugehörig gefühlt, hatte dadurch keinen Antrieb mich zu engagieren und landete in einem Teufelskreis. Aber ich glaube, das ist nochmal was anderes, als über was du hier schreibst. Kinder bzw. auch Teenager können sehr verletzend sein und ich glaube, wenn man das mal miterlebt hat, weiß man genau, wie man selbst nicht sein will und man geht, auch wenn es länger dauert, auf jeden Fall gestärkt daraus hervor :)

    Liebe Grüße, Laura // Blonde bunana

  2. Ich finde es ziemlich komisch, dass viele Zeitschriften und Sendungen uns vermitteln, dass wir abnehmen sollen, dass wir Sport machen wollen, um die perfekte Bikini-Figur zu bekommen. Und dann, wenn man sie hat, ist es zu dünn, zu hässlich, etc. Normal ist eben nicht Größe 36 sondern Größe 42.
    Ich verstehe ganz genau, was du meinst, immerhin wiege ich von Anfang an wenig. Und die Sprüche über meine Figur nerven. Sie halten sich in Grenzen. Aber ich möchte jedes mal einen Hammer in die Hand nehmen und auf die Person einschlagen, wenn sie so etwas dummes und taktloses wie „Du musst mehr essen“ sagt. Erstens muss ich gar nichts. Zweitens weiß ich ganz genau, dass die Person nie zu jemanden gehen und sagen würde, dass sie weniger essen soll, weil sie ihre Gefühle nicht verletzen will. Immerhin kann das Übergewicht unterschiedliche Ursachen haben. Aber wenn man untergewichtig ist, kann es ja nur die Magersucht sein. Eh ja, ist klar. Und deshalb muss man auf keinerlei Rücksicht auf die Gefühle nehmen.

  3. Was für ein inspirierender, persönlicher Text! Für viele ist die Jugend wohl nicht die schönste Zeit, sondern eine ziemlich schwierige, zumindest wenn man nicht exakt den Erwartungen entrichten – wenn man also einen eigenen Charakter hat. Toll, dass du jetzt mit die im reinen bist! Als Erwachsener hat man eben doch mehr Freiheiten, auch wenn es so oft heißt die Jugend sei die zwanglose Zeit.
    Allerdings finde ich, dass die Marke Marc O’Polo so gar nicht dazu passt, ist sie doch der Inbegriff der Angepasstheit! Hochwertige, klassische Kleidung, weder zu Casual noch zu schick, mit der man nichts falsch machen kann. Eine sichere Wahl in Situationen, in denen man modisch nicht aus dem Rahmen fallen möchte, im Büro etc. Aber sicher nichts, womit man seine Individualität zum Ausdruck bringt.

  4. Dein Mut mit dem bewegenden Beitrag sollte mit dem Gewinn belohnt werden.
    ich drücke dir beide Daumen und hoffe , dass dieser Beitrag ganz ganz viele Menschen erreichen wird!
    Alles Liebe
    Yasmin

  5. Krass, dass du so gemobbt wurdest. Aber mit Sicherheit fanden die dich nicht hässlich, sondern waren nur neidisch oder sonstwas. Toll, dass der Schulwechsel dir so geholfen und neue Freunde gebracht hat. :) War bei mir auch so. Ich bin von meinen alten Freunden weg (dummerweise), kam auf eine neue Schule, die richtig schlimm war, die Leute dort waren intolerant und richtig schlimm drauf teilweise. Ich bin dann wieder zurück auf meine alte Schule gewechselt und habe dort meine jetzigen, wundervollen Freunde kennengelernt, die ich nicht mehr hergeben möchte! <3
    Ganz toller Text übrigens. :)

    Ganz liebe Grüße,
    Krissisophie von the marquise diamond
    http://themarquisediamond.de/

  6. Hallo Kim,
    ich bin erstaunt und das meine ich ernst, dass ich zum ersten Mal eine Verfasserin eines Beitrages „kennenlernen“ durfte, die so sehr mit Herz und Blut an die Texte rangeht. Ich denke, dass du nun zu einer meiner Lieblings-Bloggerinnen geworden bist.
    Ich muss gestehen, dass ich selbst anfangs dich nur schön fand, weil ich dich auf instagram das erste Mal gesehen habe, aber nach und nach kam dann Snapchat, wo du mir sehr sympathisch bist und seit einiger Zeit lese ich deinen Blog herzlich gern. Es ist nicht nur, dass du alles so auf den Punkt bringst, die so wahr sind und eventuell von wenigen Menschen so detailliert beschrieben werden, sondern weil ich als Leserin einfach das Gefühl habe, dass du „Geschichten“ vieler Frauen und Mädchen ansprichst, die viele betreffen. Wer redet denn gerne schon über die Zeit, in der man jeden Tag mit solch schmerzerfüllenden Sätzen konfrontiert wird. Umso mehr sehe ich in dir ein tolles Vorbild für alle Mädchen, Jugendlichen und Frauen und dass du immer weitermachen sollst. Du strahlst mit deinen Bildern und Texten eine besondere Stärke aus. Und nicht nur Stärke, sondern vor allem Mut. Deshalb danke ich dir, dass du mit deinen Beiträgen mich und viele andere LeserInnen beschenkst!
    Mach weiter so :)
    Fühl dich gedrückt und ein wundervolles Wochenende…
    Anna

    von ANNAROUS

    1. Oh wow. Ich bin gerade total geflasht und weiß gar nicht so recht, was ich sagen soll. Dein Kommentar hat mich sehr glücklich gemacht und es freut mich, wenn ich Stärke und Mut vermitteln kann. Es gibt nichts Schöneres für mich, als auch nach außen zu tragen, dass man sich aus jeder schrecklichen Situation herauskämpfen und glücklich werden kann.

      Also ein riesiges Dankeschön an dich. Du hast mir wirklich den Tag versüßt :) :*