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Hey ihr Lieben, heute wollte ich mal wieder einen persönlichen Post verfassen. Abseits von Outfits, Events und Shootings – und doch geht es um mich selbst, in einer anderen Art und Weise. 

Wer einen Blog führt, gern vor der Kamera steht oder sich mit viel Spaß bei instagram und Facebook präsentiert, setzt sich ständig mit sich selbst auseinander. Jeder andere Mensch natürlich auch, doch die sozialen Medien und das damit einhergehende ständige Präsent sein, verstärken diesen Prozess.
Ich stehe schon seit ich 15 bin regelmäßig vor einer Kamera. Zunächst vor meiner eigenen. Später vor der von anderen Fotografen. Heute immer im Wechsel. Dadurch sehe ich mich nun seit etwa sieben Jahren ständig auf Bildern. Es vergeht eigentlich keine Woche in der ich keine neuen Bilder produziere. Ist es kein Outfitpost oder Shooting, muss halt das instagram Selfie herhalten. Und klar, ich mache es gern. Ich habe Spaß daran mich in Szene zu setzen, zu stylen, zu schminken und das Ergebnis festzuhalten.

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Trotzdem hat das Ganze auch eine kritische Seite. Ich sehe jeden kleinen Fehler ganz genau. Eine Kamera hält dich manches Mal unvorteilhafter fest, als ein flüchtiger Blick in den Spiegel. Kleine Fältchen, tiefe Augenringe, abstehende Haare und Hautunreinheiten werden pixelgenau angezeigt – und gleich durch den nächsten Filter beseitigt. Vorangegangenes Photoshoppeeling inklusive.

Was möchte ich jetzt damit sagen? Ganz einfach: viele Menschen – ich eingeschlossen- lassen sich von den Tausenden vermeintlich perfekten Bildern, die sie Tag ein Tag aus zu sehen bekommen beeinflussen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht schlecht gelaunt durch meine Facebook Timeline scrolle und Komplexe schiebe, weil XY wieder ein megatolles wunderschönes durchtrainiertes Bild hochgeladen hat, während ich ungeschminkt und Schokolade essend in einer merkwürdigen Körperhaltung vorm Bildschirm hänge und den PC gern aus dem Fenster werfen möchte.
Doch neulich fing mein Hirn aus einer mir unbekannten erwachsenen und rationalen Stimmung heraus an zu rattern. Moment. Diese Menschen setzen sich auch meist mit allen erdenklichen Mitteln in Szene. Sie schminken sich, sie fotografieren sich in guten Lichtverhältnissen, sie besitzen ein Handy mit dem sie Filter über ihre Bilder legen können und auch Photoshop gehört bei vielen Menschen zur täglichen Selbstdarstellungsroutine. Denn seien wir ehrlich, wenn es die Möglichkeit gibt, sich selbst in richtige Licht zu rücken, wieso sollte man es nicht tun?
Allerdings sollte man sich dabei  vor Augen führen, dass (fast) jeder Mensch versucht sich von seiner bestmöglichsten Seite zu zeigen. Statt sich also von der blendenden Bilderflut unterkriegen zu lassen, steht demnach locker bleiben an. Die Menschen, auf den schönen Bildern, haben ebenso Selbstzweifel wie du.
Es ist nicht alles Gold, was glänzt. 

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9 thoughts on “Thoughts | Mirror, mirror on the wall

  1. Schöner post!!

    Von mir selber mache ich so gut wie nie Fotos, hier und da mal alle halbe Jahre machen wir mit dem Selbstauslöser ne runde Quatsch alle zusammen, weil ich als Fotograf dauernd zu hören bekomme „du bist nie auf den Bildern drauf!“ – ja wie denn, ich mache die Bilder schließlich.

    Aber ich weiß ganz genau was du meinst… und recht hast!

    Liebe Grüße
    Jenny

  2. Sehr gut gesprochen! Ich lese dass während ich mit einer unvorteilhaften Strickjacke Jelly Belly essend krumm vor dem PC hocke -! Ich kenne das genauso und sage auch: Mehr Mut zur Lockerheit!

  3. Ohja, das Thema beschäftigt einen schon, wenn man viel im Internet unterwegs ist und allgemein mit Medien arbeitet. Ich schätze, dass es unmöglich ist da komplett unbeeinflusst zu bleiben.

    Ein sehr schöner Beitrag. Vor allem interessant zu lesen, wie es aus deiner Perspektive ist, da du dich ja doch viel zeigst :)

  4. Ein wirklich guter Beitrag und ich lasse dich ehrlich wissen, solche Beiträge sind mir die liebsten, weil wir ein Stückchen mehr von dir erfahren. Hinter die Kamera blicken, dich, den Menschen sehen.

    Ich drück dich.
    Luise Goldfischglas

  5. perfekter text ♥ das mit dem schokolade-essend-vor-dem-bildschirm-hängen kennt wohl jeder, ist aber auch immer zu gemütlich :D
    trotzdem stimmt es, wir sind alle einfach oft zu selbstkritisch..
    wie bist du eigentlich zum modeln gekommen? wurdest du so auf der Straße angesprochen, oder so? :) würd‘ mich mal interessieren ;*

  6. Ich danke dir wirklich für diese sehr gut gewählten Worte! Jeden Tag, jeden einzelnen Tag, mache ich mir genau dieselben Gedanken. Ich sitze auch gerade in einer eigenartigen Körperhaltung, mit Hundepulli und lieblos aufgesteckten Haaren sowie müden Augen vorm PC und freue mich, dass endlich jemand das Ganze so treffend formuliert hat wie du!
    Liebst,
    Liz.

  7. Hey, ich kämpf seit Jahren, fast Jahrzehnten mit eine Eßstörung.ich mag mich nicht auf Fotos sehen und meide jeden Spiegel.und immer wieder tut es weh, wenn ich es nicht vermeiden kann mich zusehen. Dein post macht mir Mut!

    1. Freut mich sehr, dass ich dir Mut machen konnte ! Ich denke viele lassen sich durch die Medienwelt verunsichern, obwohl die vermeintlich perfekten Menschen, die dort gezeigt werden ALLE ihre Fehler haben!