warum ständiges lästern dich zum loser macht_sonntagspost_kiamisu_modeblog aus kassel

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Wer kennt sie nicht, diese Sätze, die mit „Naja eigentlich ist er/sie ja ganz okay, aaaaber…“ oder „Ich will gerade echt nicht lästern, …“ anfangen. Klar, wir alle. Und ich bin mir sicher, wir selbst haben den ein oder anderen Satz auch schon mal verwendet, um unser Tratschen vor dem Gesprächspartner und natürlich auch vor uns selbst zu legitimieren. Der Austausch über andere Personen ist ganz natürlich und dient vor allem dazu uns selbst einzuschätzen, einzuordnen und natürlich in jedem Falle Gesprächsstoff zu haben. Denn die Aufmerksamkeit aller Personen am Tisch ist mit einem kleinen Anstoß in Richtung „Habt ihr das mit Person XY schon gehört?“ sofort gesichert. Wird dann noch ein „Okay, aber sag es auf keinen Fall weiter“ oder „Das hast du nicht von mir!“ nachgesetzt, kann das Gegenüber es schon gar nicht mehr erwarten die ersehnte Geschichte zu hören. Ich denke, frei davon sind wir alle nicht. Dennoch gibt es gewaltige eine gewaltige Gratwanderung und diese möchte ich euch heute näherbringen. Vom Dorfklatsch zum Stadtgespräch. Von konstruktivem und destruktiven Neid. Vom Austausch hin zur Selbstsabotage.

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Ständiges Lästern, Neid, Missgunst und Hass: Ab welchem Zeitpunkt werden Klatsch und Tratsch gefährlich?

Der normale Alltag: Lästern schweißt zusammen und stärkt Beziehungen

Ja, das mag jetzt komisch klingen und sicher auch nicht sehr aufbauend. Dennoch ist es so, dass wir uns innerhalb von Freundschaften und Beziehungen gern über gemeinsame Feindbilder identifizieren. Die beidseitige Abneigung in Bezug auf eine Person festigt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Basis bildet hier die eigene Vorstellung von Werten, Verhalten und Normen, die wir an anderen mögen oder eben auch nicht. So freut es uns zu hören, wenn auch die Kommilitonin den Seminarleiter nicht leiden kann, wir uns gemeinsam mit unserem Partner über den Nachbarn aufregen können oder es ein schwarzes Schaf in der Familie gibt, auf dem man nach Belieben rumhacken kann. Positiver Nebeneffekt: Die Aufmerksamkeit wird von den eigenen Fehltritten genommen! Liegt das Interesse also auf dem Fremdgeh Fauxpas des Bekannten oder der Entlassung der Kollegin, gerate ich selbst nicht so schnell ins Kreuzfeuer. Und das, obwohl ich zehn Kilo zugenommen habe, ein hörbares Streitgespräch mit meinem Partner hatte oder mir eine Fahrlässigkeit an der Arbeit geschehen ist. Sich über spannende Neuigkeiten die Dritte betreffen auszutauschen ist wohl kaum verwerflich und unvermeidbar. Egal wie sehr manche Menschen darauf beharren niemals schlecht über andere zu reden. Manchmal muss man eben seinem Unmut freien Lauf lassen und seine Neugierde stillen. Doch bei einigen Personen fällt schnell mal die Grenze zwischen Lästerei und übler Nachrede. Doch wo liegt hier der Unterschied?

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Wenn Neid, Missgunst und Hass dich selbst sabotieren

Nachdem wir nun geklärt haben, dass Lästern in einem gewissen Maße zu unserer Existenz dazu gehört, geht es nun darum die Grenze zu ziehen. Unangenehm wird es vor allem dann, wenn wir selbst Opfer des Geredes werden. Eigentlich ist es zwar klar, dass auch über die eigene Person geredet wird, doch wirklich zu wissen, was da getratscht wird, ist nochmal eine andere Sache und ein ganz anderes Level. Gefährlich wird es vor allem, wenn man zum generellen Hassobjekt wird oder sich selbst ein solches erschafft. Es geht nicht mehr um einen einzelnen Fehltritt, einen blöden Satz oder eine dumme Aktion. Es geht ans Eingemachte. Um die gesamte Person mit all ihren Facetten. Entwickelt sich eine Abneigung in dieser Dimension, kann man davon ausgehen, dass entweder etwas wirklich Schlimmes vorgefallen ist oder aber die Ablehnung der eigenen Person eine große Rolle spielt. Hier kommen die Faktoren Neid und Missgunst ins Spiel. Die Beförderung der Kollegin wird zerrissen, die gute Note des Mitschülers oder des Kommilitonen niedergemacht und die Gewichtsabnahme der Freundin nur mit einem innerlichen „In zwei Monaten hast du das doppelte wieder drauf“ abgetan. Was dem zugrunde liegt? Ganz einfach: diesen Erfolg hätten wir gern selbst! Das geht schon bei den kleinsten Nuancen los.

Wir kommen morgens einfach nicht aus dem Bett?
Alle Frühaufsteher können ihr Leben nicht genießen und sind dauerhaft gestresst.

Wir schaffen es nicht auf die Ernährung zu achten und Sport zu treiben?
Die, die das machen, sind doch sowieso alle krank und außerdem sehen durchtrainierte Körper unnatürlich aus!

Wir bekommen Studium und/oder Job nicht auf die Reihe?
Das sind doch eh alle Workaholics ohne Freizeit. So will ich nicht enden! 

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Solch ein Verhalten findet man, wie sollte es anders sein, sehr oft in der Online Welt. Hier geht es dann auch gern zum direkten Angriff über. Darüber habe ich euch ja in meinem persönlichen „Haterkommentare“ Beitrag schon berichtet. Hat man ein solches Dorn allerdings im direkten Umfeld wird die Lage prekär. Es kommt zu bewusster Hetze, dem Suchen nach dem Haar in der Suppe und zu der Beobachtung jeder Verhaltensweise. Die betroffene Person hat keine Chance auf Wiedergutmachung, denn sie ist zur Kompensation des Gegenübers geworden. All der eigene Frust lädt sich auf einem Menschen ab. Eventuell erkennt man eigene Fehler an diesem Individuum wieder oder die berüchtigte Missgunst kommt dazu. Es kommt zu Versuchen, der verhassten Person zu schädigen. Sei es anhand des Schlechtmachens beim Arbeitgeber, der immensen Schädigung des Rufes oder sogar der Behinderung von Beziehungen und der Freundschaften. Alles mit dem Hintergrund sich dadurch selbst etwas besser zu fühlen.

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Vom Lästermaul zum Loserleben – das traurige Ende

Ist man einmal in diesem Kreislauf von Selbstverachtung und Hass gefangen, den man versucht an Mitmenschen auszulassen, wird es schwierig. Denn wer sich nur auf Schwächen und Schädigungen konzentriert hat einen absolut falsch gesetzten Fokus. Denn sind es nicht besonders diese Leute, die ständig! über andere Reden, die am Ende am unglücklichsten und unzufriedensten sind? Ich kenne keinen positiven, erfolgreichen Menschen, dessen Lebensinhalt es ist, andere niederzumachen. Im Gegenteil, wer erfolgreich und glücklich ist, hat das Bestreben etwas davon zu teilen. Es werden ehrliche Komplimente verteilt, auch über Dritte positiv gesprochen und Gedanken an die Bekämpfung anderer produktiver Personen wird kein Gedanke verschwendet. Was dem ganzen zugrunde liegt? Zufriedenheit, gesunder Ehrgeiz und Selbstliebe. Empfundener Neid wird als Ansporn gesehen und nicht als niederschmetternd gefunden.  Und genau hier liegt der Unterschied. Lästern? Ja gern, machen wir alle. Ständig Lästern? Fokussiere dich lieber auf dich selbst und arbeite an deinem eigenen Glück. Du selbst wirst es dir danken.

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Wie haltet ihr das mit dem Lästern? Und was ist eure Meinung und vor allem was sind eure Erfahrungen zu und mit dieser Thematik? Wart ihr schon mal ein Hassobjekt oder hattet gar eines? Schreibt es mir unbedingt in die Kommentare. Ich bin schon sehr gespannt! 

Die Fotos aus diesem Beitrag sind von Sebastian Hufeld
Facebook: Sebastian Hufeld Photography
Website: sebastian-hufeld.com
Instagram: @crumbl3

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26 thoughts on “Haten als Kompensation oder: Wieso ständiges Lästern dich zum Loser macht

  1. Sehr schön und treffend formuliert. Ich selbst habe mich von solchen Personen distanziert, da ich auch Opfer solcher Lästereien war. Dazu kann ich nur hinzufügen – Neid muss man sich erarbeiten, Mitleid gibt es umsonst!

    Liebe Grüße
    Saskia-Katharina

  2. Ich sehe das ähnlich wie du. Ein bisschen lästern tun wir alle, das ist unvermeidbar. Oft sind es gerade die Leute, die behaupten nie zu lästern, die es doch eigentlich am meisten tun – immer nur mit dem Vorbehalt, dass sie das der Person ja auch sofort ins Gesicht sagen würden. Doch es gibt beim Lästern wie du schon gesagt hast, eindeutig Grenzen, die man nicht überschreiten sollte. Ich denke es ist okay, sich über Dritte auszutauschen, wenn gerade wirklich etwas vorgefallen ist, wenn es also etwas gibt, über das man sich tatsächlich austauschen kann. Solche Gespräche sind ja meist auch nicht böse gemeint. Anders ist es, wenn man grundsätzlich immer wieder über dieselbe Person spricht. Dann sollte man sich überlegen, ob das Problem wirklich bei diesem Menschen oder nicht viel eher bei einem selbst liegt.

    Liebe Grüße,

    Hanna von Written In Red Letters

    1. Hallo Hanna :) Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar ! :)

      Ohja der Vorbehalt „Ich würde es auch so ins Gesicht sagen“ ist wirklich immer sehr beliebt…

      Muss deinem letzten Satz auch absolut zustimmen!

  3. Lästern tut jeder und das ist auch ok, so lange es dabei bleibt. Alles was darüber hinausgeht finde ich „scheiße“. Ich wurde mal für kurze Zeit in meiner Klasse von allen ignoriert, weil eine Quatsch über mich erzählt hat. Glücklicherweise kam dann eine Klassenkameradin auf mich zu und wir hatten erklärt, dass das alles nur erfunden war.
    Sonst hatte ich zum Glück noch nie Probleme und finde sowas wirklich schlimm.
    Wie gesagt, Lästern ist bis zu einem gewissen Maß okay, aber mehr sollte man nicht machen!

  4. Guter Blogpost zu diesem Thema. Früher habe ich wirklich viel gelästert, sehr viel und sehr heftig. Habe fast alles schlecht gemacht und niemandem etwas gegönnt und warum? Weil ich mich und mein Leben scheiße fand. Ich wollte mich irgendwie besser fühlen. Das das nicht funktioniert und absolut der falsche Weg ist um sich besser zu fühlen weiß ich nun und ich fühle mich ehrlich gesagt richtig schlecht, dass ich früher so war. Einige meiner Freunde tun es immer noch und ich bin drauf und dran diese Freundschaft zu beenden, denn es bringt niemandem etwas, wenn Menschen über andere Menschen lästern. Denn tief im Inneren weiß man, dass man ein armes Würstchen ist und Lästern braucht um sein Leben auszuwerten.. das ist arm und falsch.

    1. Hey meine Liebe :) Danke für deinen Kommentar! Erkenne mich da ganz gut wieder, bei dem was du schreibst. Ich war so mit 15/16 auch richtig schlimm, was das Lästern und Miesmachen angeht. Aber rückwirkend betrachtet, lag auch da das Problem nur an mir.

      Umso besser, wenn man das erkannt und darüber hinweg ist :)

  5. Oh ja! So eine Person hatten wir in unserem Freundeskreis. Man konnte kein Treffen ohne grosse Lästergeschichten überstehen. Das eine Model sehe schlecht aus, die anderen seien bloß Photoshop. Der Fotograf ist absolut nutzlos weil er nicht nach 2 Tagen Bilder liefert. Und war man nicht beim Treffen, wurde man selbst zur Zeilscheibe. Wir haben besagte Person mittlerweile entfreundet und blockiert. Dein Text trifft es auf den Punkt. Gut geschrieben!

    1. Ohje, ja genau so was meine ich. Das wirkt sich auf die ganze Gruppe aus und zieht einen nur runter. Schön, dass ihr da den Absprung geschafft habt :)

  6. Am schlimmsten finde ich es ja noch, wenn gelästert wird obwohl die betreffende Person in Hörweite steht. Dann sollte man doch lieber gleich direkt zu dieser Person gehen, aber das trauen sie sich dann doch nicht…

  7. Hey Liebes,

    ich habe jetzt erst deinen Beitrag gelesen und kann nur sagen dass ich weiß, wovon du schreibst. Vor allem diese Vergleichssätze treffen es einfach genau. Dazu fällt mir noch ein: „Du kannst selbst über Wasser gehen und sie werden sagen dass du nicht schwimmen kannst.“

    Vielviel Liebe für diesen Post <3
    Und:
    Liebste Grüße
    Mina von Minamia

  8. „Lästern macht alt und hässlich!“… sag ich immer gern. Und wenn ich jemanden dabei erwische, füge ich noch ein „Du bist der beste Beweis dafür!“ hinzu. Das führt dann meistens erstmal zu Unterkiefern, die Bekanntschaft mit dem Fußboden machen..
    Wobei ich finde, dass es zwei unterschiedliche Arten von Lästern gibt. Theoretisch ist Lästern ja schon, wenn man über jemanden redet, der nicht da ist. Ich unterscheide da aber in böswilliges Lästern und nur kurz drüber reden, was wir wohl alle schon mal gemacht haben …
    Wie du schon sagst. Es gibt Grenzen. Und sobald es wirklich böswillig und verletzend wird, hört der spaß auf. Ich war selber früher ein perfekter Angriffspunkt, was Mobbing und Lästereien betrifft. Seitdem platzt mir da immer gerne die Hutschnur und ich… ja, ich hasse solche Menschen.

    Liebe Grüße
    Shades of Ivory

  9. Hallo :) !
    Dieser Post ist sehr hilfreich und aufbauend.
    Ich bin selber auch ein Opfer solcher Lästereien und das nur weil ich Drachen mag :o ….
    In meiner Klassenstufe lästern sie permanent über mich ( häufig bekomme ich das mit) .
    An manchen Tagen bin ich richtig traurig, weil ich mich alleine gelassen fühle und ich den Leuten überhaupt nichts getan habe :( .
    Könnt ihr mir Tipps geben, wie ich damit besser zurecht komme?

    Liebe Grüße
    Enilec

    1. Hey :) Es freut mich, dass dir mein Post ein wenig geholfen hat!

      Mitzubekommen, dass andere über die eigene Person lästern ist wirklich blöd. Ich kann dich da absolut nachvollziehen.

      Solange aber eigene Freunde und die Familie hinter einem stehen ist das das Wichtigste. Also am besten auf die Menschen konzentrieren, die dir Gutes wollen und die anderen weitgehend ignorieren.
      Irgendwann wird es ja langweilig sich aufzuregen und sie suchen sich ein anderes Thema als dich :)

      Liebe Grüße,
      Kim

  10. Sehr guter Artikel! Ich finde es toll, dass du das ansprichst und verurteilst. Für viele ist das haten/ablästern/andere runtermachen leider ganz normal und gehört zu einer Unterhaltung mit Freunden wie selbstverständlich dazu. Ich muss mal in Zukunft auch mehr darauf achten, ob ich das nicht doch auch selbst mache und dass ich mich darauf nicht einlasse, wenn andere damit anfangen. Danke, dass du mir das nochmal bewusst gemacht hast.

  11. Ein richtig toller Post mit einem interessantem Thema. Wenn ich das schon höre „Naja eigentlich ist er/sie ja ganz okay, AAAABER…“, will ich für gewöhnlich gar nicht mehr wissen, wie der Satz weitergeht.

    GLG, Tina

  12. Das hast Du wunderbar und sehr treffend geschrieben! Solche permanent mißgünstigen Menschen gibt es leider tatsächlich und oft merken sie es scheinbar selber nicht einmal bzw. verdrängen das sogar vor sich selbst noch sehr geschickt. Dieses böse Erwachen möchte ich nicht erleben!
    Chapeau – für Dein jugendliches Alter – hervorragend formuliert!

    Herzlichst
    Sara

    https://herz-und-leben.blogspot.de/

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