The Happines Boutique

lukas-becker-12._Juni_2015-DSC_3950blog

Ich stehe auf und gehe frühstücken. Immer in meine Nähe sind mein Handy und mein Macbook. Oder mein Pc. Sie begleiten mich den ganzen Tag über, sind immer an meiner Seite.

Jede freie Minute wird genutzt, um auf dem neusten Stand zu sein. Instagram wird aktualisiert, Facebook gecheckt und Emails beantwortet. Damit zu warten würde bedeuten etwas zu verpassen und das kann ich mir als Blogger nicht leisten.

The Happines Boutique The Happines Boutique

Erst nach Tagen auf Mails zu antworten ist unprofessionell, brauche ich gar länger als einen Tag, um auf Facebook Nachrichten zu antworten, kann ich mit entnervten Fragezeichen („?????!“) rechnen, bei WhatsApp nicht gleich zu antworten, obwohl man etwas gelesen hat, wird schon mit einer Beleidigung gleichgesetzt.

Im Großen und Ganzen bedeutet dies vor allem eines und zwar:  dauerhaften Stress. In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass ich durch die ständige Verfügbarkeit und den Druck allem schnellstmöglichst nachzukommen nie zur Ruhe komme.

The Happines Boutique

Klar, diese Belastung habe ich mir selbst geschaffen. Niemand zwingt mich 6 Stunden am Tag vor dem Rechner zu sitzen und mich neben dem Schreiben von Blogposts und dem Bearbeiten von Bildern, noch in sämtliche Netzwerken herumzutreiben, um diese aktuell zu halten. Aber ohne Fleiß kein Preis. Liest man Ratgeber oder Tipps zum Thema „Erfolgreiches Bloggen“ wird einem vor allem geraten, ständig präsent zu sein. Am besten täglich zu bloggen.

Doch mit dem Bloggen ist es ja nicht getan. Der Artikel will in der Onlinewelt gut verbreitet werden. Das Teilen des Geschriebenen auf Facebook, Instagram, Twitter und seit neustem auch Snapchat folgt gleich im Anschluss. Auch auf anderen Blogs sollte kommentiert werden und hin und wieder ein Video online zu stellen ist ebenfalls von Vorteil.

So kommt es zu einer täglichen Spirale, die kein Ende kennt. Minütlich werden neue Dinge gepostet, es kommen Reaktionen zum Online gestellten, Antworten auf die verschickten Mails und neue Nachrichten in den sozialen Netzwerken. Es gibt keinen Anfang und kein Ende. Man ist immer Mittendrin.

lukas-becker-12._Juni_2015-DSC_3970blog

Umso wichtiger ist es abzuschalten. Für mich bis vor Kurzem eine Horrorvorstellung. Ich rechnete mit hunderten ungelesenen Mails und einem nicht zu bewältigendem Berg an Arbeit. Doch durch einen Zufall kam es zur Zwangspause vom Internet. In meinem Urlaub in Dänemark gab es in unserem Haus kein WLAN. Sechs Posts hatte ich vorbereitet, nur einen konnte ich online stellen. Ansonsten kein Facebook, kein Instagram, kein WhatsApp. Nichts.

Schon nach einem Tag war das kein Problem mehr. Die Gewöhnung kam schnell und andere Beschäftigungen wurden gefunden. Lesen statt Liken. Sonnen statt Herzen verteilen. Am Strand herumlaufen, ohne es der Welt gleich mitzuteilen. Und das Beste? Trotz einer Woche ohne Internet, blieb der erwartete Arbeitsmarathon danach aus. Die angesammelten Nachrichten konnte ich an einem Tag abarbeiten und so viele Neuigkeiten wie erwartet gab es auch nicht.

Ich habe nichts verpasst. Ich sollte definitiv öfter mal abschalten.

lukas-becker-12._Juni_2015-DSC_3924blog

Wie geht es euch mit der ständigen Verfügbarkeit durch Internet und Smartphone? Schafft ihr es öfter mal abzuschalten oder verfallt ihr auch des Öfteren in einen medialen Dauerstress?

Fotos: Lukas Becker Photography
Kette: The Happiness Boutique

Share on

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

13 thoughts on “Abschalten

  1. ich schaffe es sehr gut abzuschalten – alles andere würde mich auch in den wahnsinn treiben, denn ich habe mich ganz bewusst gegen ein smartphone entschieden, gegen facebook, gegen ständige erreichbarkeit.
    natürlich habe ich meinen laptop, mein internet… ich bin oft online, aber eben nur, wenn ich zu hause bin und auch nicht nonstop. ich bin das totale gegenteil zu dir – reagiere oft erst tage später auf sms oder emails, mein handy liegt manchmal tagelang unbeachtet irgendwo rum und ist fast permanent stumm geschaltet. ich glaube, dass ich ernsthaft durchdrehen würde, wenn ich diesen druck spüren würde, immer und ständig erreichbar zu sein. sofort auf nachrichten antworten zu müssen, weil andere sehen, wann man die gelesen hat. ahh, horrorvorstellung für mich. denn ich möchte selbst entscheiden können, wann ich mich mit etwas beschäftige und nicht von nervigen fragezeichen dazu getrieben werden…
    ich bin glücklich in meiner kleinen eigenen virtuellen welt, die ich immer dann besuche, wenn ich lust habe und die ich immer dann abschalte, wenn ich für mich sein will und das leben richtig spüren!
    ich denke, es ist wichtig ab und zu abzuschalten und ich finde es super, dass du das erkannt hast und es jetzt öfter tust :)
    viele liebe grüße und einen schönen sonntag!

  2. Diesen Stress kenne ich nur zu gut. Unter der Woche lasse ich das Macbook an manchen Tagen bewusst zu und schaue nicht alle 5 Minuten aufs Handy, was ich IMMER lautlos habe. Sonst würde ich verrückt werden…

  3. Es ist wirklich schwer hier die richtige Balance zu finden, da kann ich dir absolut zustimmen! Mir fällt das selber oft nicht leicht, wobei ich langsam lerne mich im richtigen Maß zurück zu nehmen. Aktuell ist das fast schon ein bisschen zu viel, haha. Aber es stehen auch viele andere Dinge an.

  4. Don’t have a phone-don’t believe in them – i’m a luditte -probably come round to it in next century lol – it’s a conversation killer so I don’t like them- eventually something else will come along replace that method of technology -don’t get pulled into stuff like that- I dohowever use a laptop – one blogs moderatly popular(I have three) but rarely get comments -so not snowed under – although if I disappear i get mail and demands to come back -not a job or anything more a hobby and bit of fun – as long as you enjoy what you are doing and it doesn’t become too demanding you should stick with it but if it’s too stressful -get out -sometimes less is more if you get my meaning -if you build up apprehension it’ll blow people away more-perhaps it’s not so great been in such demand? I don’t know… shawls nice and colourful-very tropical :)

  5. Ich muss ehrlich sagen, ich bin weitaus weniger gestresst, wenn ich das Ganze über den Tag verteilt mache (ein kleiner Teil unterwegs zur Uni, ein kleiner Teil auf dem Weg von der Uni, ein kleiner Teil zwischendurch, während ich ohnehin am PC bin und an meinem Roman arbeite oder etwas für die Uni tue…), als wenn ich nach einer längeren (Zwangs-)Pause auf einmal abarbeiten muss.
    Bei mir kommen täglich ca. 50 Mails rein, 40 Blogposts im Feedreader hinzu etc. – und wenn ich dann nach einer ganzen Woche nur mit W-LAN oder ganz ohne Internet zurückkomme, sind das dann sieben mal 50 Mails… Und DAS artet viel mehr in Stress aus, als über den Tag verteilt mal eine Mail zu lesen und drei als gelesen zu markieren, weil es nur Notifications sind. Da sitze ich dann wirklich Stunden am Stück.
    Darum kann ich besser in kleinen Pausen zwischendurch abschalten.
    (Zwangspausen haben bei mir außerdem den Nebeneffekt, dass ich dann dauernd handschriftlich Blogposts, Romankapitel etc. vorschreibe und die darf ich dann auch noch abtippen. Bei meiner Handschrift :D )

    Aber Menschen sind verschieden. Viele würden bei meiner Lebens/Arbeitsweise durchdrehen. Mir geht es gut damit.
    Und dir geht es gut mit deiner.
    Und das ist auch gut so :D

  6. Ein sehr schöner Post und die Bilder dazu sind auch klasse geworden.
    Ich kann das Ganze 100%ig nachvollziehen: Die Aktivitäten rund um meinen Blog und den Drang, den Traffic hochzuhalten, stressen mich auch sehr oft. Eine Zwangspause würde mir bestimmt auch mal gut tun. :)
    Liebe Grüße

  7. toller post und ich fühle mich wirklich sehr (und noch mehr im namen meines verlobten) angesprochen.. ich blogge nicht „hauptberuflich“, also habe ich da sicher weniger stress als du es hast. trotzdem merke ich oft, wie anstrengend dieser unterschwellige gedanke sein kann, den man ständig iim hinterkopf hat, dass man was posten sollte/müsste/könnte. bei meinem verlobten ist das noch viel schlimmer, der hat so viele projekte, dass er eigentlich NIE keine emails oder anrufe bekommt. und wenn er dann nicht arbeitet, fängt er an nachrichten auf dem handy zu lesen :D dann würde ich manchmal gerne auch einfach 2 wochen in wlan-freies hotel reisen um ihn dran zu erinnern, dass man seine zeit auch herrlich entspannt ohne handy o. laptop nutzen kann.. :)
    (nach dänemark wollte ich sowieso mal ;) )

    liebst, laura
    diamondsandcandyfloss

  8. Ich gebe dir da vollkommen recht. Allerdings schaue ich auch, dass ich mir mal eine Ruhe davor gönne. Was mir meist nicht wirklich gelingt und ich finde es macht sich auch schnell bemerkbar, wenn man mal nichts macht.
    Liebst Michelle von beautifulfairy

  9. Ich gebe dir da vollkommen recht. Allerdings schaue ich auch, dass ich mir mal eine Ruhe davor gönne. Was mir meist nicht wirklich gelingt und ich finde es macht sich auch schnell bemerkbar, wenn man mal nichts macht.
    Liebst Michelle von beautifulfairy

  10. Also bei mir ist es so, dass ich eig ziemlich schnell abschalten. Der erste Tag ohne Handy ist noch etwas seltsam, aber dann hat das ganze für mich nur noch geringe Bedeutung, weil ich mir denke, dass die Welt ohne Bildschirm viel schöner ist…
    Lg Hermine