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Es gibt unzählige Szenen, Vereine, Clubs und Kulturen. Jeder fühlt sich in seiner ganz eigenen Nische zuhause und zugehörig. Ich habe mich für die Blogger-Szene entschieden. Ich schreibe meine Artikel, ich mache Fotos, bearbeite Bilder und pflege meine sozialen Netzwerke. Das alles macht mir nach wie vor großen Spaß. Auch Events besuche ich unglaublich gern. Oft fühlt man sich dort so richtig heimisch. Gleiche Interessen können ausgetauscht und Tipps gegeben werden. Doch scrolle ich an so manchen Tagen durch meinen Feed entdecke ich ärgerliche Beiträge. Es wird über Influencer gemotzt (sei es die Bezeichnung an sich oder die Menschen dahinter), die Fashionweek zerissen oder spezfische Bloggergruppierungen verachtet. Der Zeigefinger ist erhoben und all die vermeintlich schwarzen Schafe werden an den Pranger gestellt. Zu Recht? Dieser Frage habe ich mich im heutigen Artikel gewidmet. Wenn euch meine Meinung zu dem Thema interessiert, dann solltet ihr dranbleiben!

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Die Doppelmoral in der Bloggerwelt

Ich verachte käufliche Blogger und mache Werbung für Fischstäbchen

Um niemanden anzukreiden, habe ich mir an dieser Stelle erlaubt ein möglichst absurdes Beispiel zu nehmen. Wir sitzen alle in einem Boot. Wir haben unsere Leidenschaft zu unserem Beruf gemacht. Bei eben dieser Art von Beruf steht Kreativität – meistens – an erster Stelle. Ich möchte als Blogger Inspiration und Information in einen Beitrag setzen. Ich möchte meine neusten Entdeckungen aus den verschiedensten Bereichen mit meinen Lesern teilen. Habe ich den Weg vom Hobby zum Beruf beschritten, investiere ich als Blogger jeden Tag viele Stunden Zeit in Beiträge und Netzwerke. Auch das Besuchen von Veranstaltungen ist anstrengend und mit einem großen zeitlichen Aufwand verbunden. Mein Beruf ist meine Berufung. So romantisch das auch klingt – ohne Geld verläuft sich die schönste Berufung irgendwann im Nirgendwo. Doch bei Geld hört nicht nur die Freundschaft, sondern oftmals auch der Respekt auf. Die witzelnden Kommentare unter Beiträgen von Bloggern,Instagrammern und Youtubern, welche für Apps, unbekanntere Shops oder Firmen mit einem wenig glamourösen Image werben, häufen sich. Aber nicht nur das. Liebend gern werden ganze Beiträge über Blogger verfasst, die sich für alles verkaufen, keine Authentizität haben oder sich regelrecht prostituieren. Auch das oberflächliche von Schleimern durchtriebene Instagram wird fast schon klicksicher zum Thema gemacht. Ja, es mag sein, dass viele es tatsächlich maßlos übertreiben und der Spaß auf der Strecke bleibt. Mein Punkt ist aber ein anderer.

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Ich mache mich über gefälschte Statistiken und gekaufte Follower lustig, um von mir selbst abzulenken

Ob gekaufte Fans oder Werbung für Fischstäbchen ist im Prinzip egal. Mir fehlt einfach die Konsequenz. Du bist genervt von Instagram und willst an dem Zirkus nicht mehr teilnehmen? Dann lass es. Lösch deinen Account oder scheiß radikal auf deine Zahlen. Das wäre die einzig logische Schlussfolgerung. Diese wird allerdings zu 90 % nicht vollzogen. Wo am Tag zuvor noch gemotzt wurde, werden am nächsten Tag wieder hundert #fashionblogger_de Bilder geliked und Herzchen verteilt. Denn ohne geht es ja doch nicht. Und genau an dem Punkt wird es doch erst peinlich. Ihr verlangt Persönlichkeit. Das Wort Authentizität wird fast schon plakativ umher geschmissen, aber in keinster Weise umgesetzt. Es wird über das Fälschen von Statistiken und Kaufen von Fans lamentiert und im selben Zug klammheimlich an den eigenen Zahlen gedreht. Den Finger hoch erhoben auf andere zu richten, ist schließlich eine tolle Taktik, um von sich selbst abzulenken. Am besten wird noch ein Beitrag mit Tipps zu mehr Followern hinterher geschoben. Lupenreine Imagepflege. Wer am lautesten schreit, hat meist die größten Leichen im Keller. Moment. Schreie ich denn gerade auch? Die Gratwanderung zwischen Doppelmoral und einer gesunden Portion Selbstbewusstsein und Ehrlichkeit gegenüber sich selbst ist zugegebenermaßen schwer zu finden.

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Ich gebe Tipps für gute Fotos und weiß nicht was der RAW-Modus einer Kamera ist

Und so kommt es, dass auch überraschend viele Experten aus dem Boden schießen. Suche ich nach Tipps für gute Outfitfotos, finde ich neben wirklich gut recherchierten und vor allem hilfreichen! Beiträgen von whoismocca, nachgesternistvormorgen oder andysparkles, auch Ratschläge, die mich ein wenig wirr zurück lassen und ich frage mich, ob ich nicht auch mal ein Tutorial zum Werkeln im Handwerkskeller schreiben sollte. Ich könnte zum Beispiel empfehlen dieses eine Stück Holz aus dem besonders holzigen Material mit der Kettensäge in drei Stücke zu zerschneiden. Das wäre doch etwas. Es hat mit Werken, Holz und einem Werkzeug zu tun. So oder so ähnlich komme ich mir vor, wenn ich Tipps zu Fotobearbeitung, Fotografie und dem Bloggen generell auf so manchen Seiten lese. Beliebt sind an dieser Stelle auch Beiträge zum Thema Reichweite und Instagram Follower.

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Das Ende vom Lied: Lasst die Goldwaage in euren eigenen vier Wänden

Ich würde behaupten, dass wir alle nicht mal ansatzweise perfekt sind. Irgendwo strebt doch ein jeder danach glücklich und zufrieden zu sein und versucht dieses Ziel zu erreichen. Definieren wir uns über unsere Leidenschaft zum Bloggen, definiert sich eben auch unsere Zufriedenheit über dieses Medium. Eine tolle Kooperation, steigende Followerzahlen oder ein besonders gelungenes Fotoshooting machen uns gute Laune. Das ist eben so. Was ist daran verwerflich? Klar, dass mit steigendem Druck auch oftmals Unzufriedenheit und Neid steigen. Doch anstatt wutentbrannt mit der Moralkeule durch den Internet-Dschungel zu rennen und jeden damit zu verprügeln, der einem die eigenen Unzulänglichkeiten aufzeigt, sollte vielleicht erstmal an der eigenen Person gearbeitet werden. Denn wie wir alle im Unterbewusstsein wissen, ist das ganze Theater nur eine negative Projektion unserer selbst. Und die große Aggression im Grunde genommen nur die Ablehnung des eigenen Verhaltens. Denn egal, wie sehr ihr versucht euch abzugrenzen, ihr bleibt ja doch ein Teil des Ganzen. 

Mein Wort zum Sonntag. Schon lange hat es keine Kolumne mehr gegeben, obwohl ich unglaublich gern schreibe. Wie hat euch dieser kritische Beitrag bezüglich meiner Sicht auf die Szene gefallen? Ich bin äußerst gespannt auf eure Kommentare!

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37 thoughts on “Der Zeigefeiger als Deckmantel: Die Doppelmoral in der Bloggerwelt

  1. Mir fällt auch auf, dass man kaum noch an diese „Themen“ vorbei kommt. Ich nehme die Blogger-Welt so wie sie ist. Solange ich für meinen Teil Spaß habe, ist für mich alles ok.

  2. Endlich schreibt mal jemand kritisch über die vielen Beiträge die gegen die Menschen schießen, die Follower kaufen. Ich finde bevor man andere für etwas kritisiert sollte man selbst bei sich anfangen. Wahre Größe zeigt man, indem man über gekaufte Follower hinweg sieht und sein Ding macht. Ich denke, dass sich auf Langfrist Qualität durchsetzen wird und nicht die Höhe der Follower. Außerdem glaube ich, dass Unternehmen in Zukunft lernen werden Accounts und Blog mit geschönten Followerzahlen zu erkennen.

    Viele liebe Grüße, Milli
    (http://www.millilovesfashion.de)

  3. Ich werde auch langsam müde immer wieder diese „kritischen“ Artikel über Blogger usw zu lesen. Da schreibt einer über ein Event und lästert über alle ab, die dort waren. Dann kommen Antworten per neuen Beitrag über die erste Person, die sich ausgelassen hat.
    Instagram ist hartes Brot geworden, aber was bringt es sich nur darüber aufzuregen.
    Wer meint Follower kaufen zu müssen soll es tun. Man kann es nachvollziehen und sehr gut sehen an verschiedenen Faktoren.
    Jeder muss morgens mit guten Gewissen selbst in den Spiegel schauen können. Das muss jeder für sich selbst entscheiden welche Strategie er fährt.
    Und warum sollte man sich nicht untereinander helfen, supporten usw? Wir sitzen, wie du oben schreibst, alle im gleichen Boot oder zumindest in ählichen :)

    1. Ich stimme Sally zu! Zum Glück verpasse ich diese kritischen Beiträge ziemlich oft und bekomme es gar nicht so oft mit. Aber die Doppelmoral habe ich auch schon bemerkt. Und letztlich muss jeder mit sich selbst im Reinen sein.

  4. Wow. Richtig toller Blog ♥ Habe mich gerade wirklich ein bisschen darin verloren.
    Zu dem Artikel hier kann ich nur eines sagen. Jeder soll genau das machen, was er will. Und wem es nicht passt, der soll einfach nicht folgen.
    Liebe Grüße von Carmen

  5. Liebe Kim, das ist ein toller Beitrag, der vieles, was ich gerade denke, auf den Punkt bringt. Ich halte mich mit Kritik an anderen Blogs gerenell sehr zurück, da auch ich nicht perfekt bin. Lieber arbeite ich an eigenen Inhalten, statt auf anderen herumzuhacken. Instagram ist da auch so ein Beispiel. Entweder sollte man das beste draus machen oder es komplett lassen, ich habe mich für Ersteres entschieden und versuche positiv zu bleiben :)
    Grüße ♡Kristina
    TheKontemporary

  6. Liebe Kim,

    auch, wenn ich noch nicht lange in diesem Business bin, habe ich auch schon die Erfahrung gemacht, dass sich Einige lieber über andere auslassen, als auf sich selbst zu schauen. Das ist wirklich schade! Am Ende sollte man meinen, dass man zusammenhalten sollte, wenn es darum geht, einen gemeinsamen Traumziel verwirklichen, aber leider sieht die Realität anders aus. Zum Glück habe ich als kleine Pflanze im großen Garten noch keine derartigen Erfahrungen hautnah miterleben müssen, fühle aber mit denjenigen, die es betrifft. Ich hoffe, dass sich das irgendwann wieder legen wird, wenn den Leuten klar wird, dass im Wort Persönlichkeit nicht zu Unrecht das Wort persönlich steckt ☺Vielen Dank für deine offenen Worte, schön zu wissen, dass es auch Menschen gibt, denen ihre Meinung wichtig ist ☺ Hab noch einen schönen Abend!

  7. Toller Beitrag. Habe ihn gerade gelesen und musste witzigerweise feststellen, dass ich erst kürzlich ähnliche Gedanken festgehalten habe. Gerade die allgemeine abwertende Haltung „Bloggern“ gegenüber, geht mir extrem auf den Senkel! Es sollte sich doch vielmehr auf den positiven Mehrwert konzentriert werden.
    LG
    Roya

  8. Mir ist auch schon des Öfteren aufgefallen, dass gerade die, die so auf Moralapostel machen, die schlimmsten sind :D Das ist wohl wirklich ein „gelungenes“ Ablenkungsmanöver, auf Dauer aber auch super nervig! Toller Artikel – und ganz lieben Dank natürlich fürs Verlinken <3

  9. Danke für diesen tollen Beitrag! Soll ich dir was sagen, ich habe zwar über den ein oder anderen Beitrag geschmunzelt. ab zu viel nach links und rechts zu gucken nimmt doch nur Zeit um seine eigenen Ziele zu erreichen. Ich weiß wofür ich stehe und was ich zu bieten habe. Deswegen interessiert es mich einen feuchten Kehricht was Andere machen. Ich bin kein Missionar. Während sich manch eine Bloggerin darüber echauffiert mache ich lieber etwas dafür um besser zu werden oder haue einen Beitrag oder ein Video raus von dem meine Follower etwas haben. Und deinen Beitrag lese und kommentiere ich, weil du für mich sehr professionell bist und gleichzeitig authentisch. Hoffentlich fühlen sich die Blogger nicht angegriffen sondern sehen die Chance in dem, dass sie sich selber weiterbringen, wenn sie an sich arbeiten, anstatt die Zeit zu verschwenden, während sie mit dem Finger auf die Anderen zeigen. Mich hat offen gesagt eine Sache gewundert, und zwar als eine Beauty Marke offensichtlich mehr Fashion Blogger eingeladen hat, von denen ein Anteil davon offensichtlich kaum 100 Aufrufe davon im Monat haben. Das Problem habe aber nicht ich, sondern die Marke, weil dementsprechend quasi kaum im Vorfeld über die Neuheiten berichtet wurde. Ich würde gar nicht auf die Kategorie Fashion eingehen, wenn es in dem Fall nicht gerade so wäre. Und die Lager der Youtuber, Fashion und Beauty Blogger..warum? Ich kenne in jeder Gruppe ganz tolle Menschen und finde es sehr schade, wenn es diese Anfeindungen gibt. Ich bin nur leider nicht ganz auf den Laufenden was das Bild mit dem Holz soll :-)
    Ganz liebe Grüße,
    Christina
    Ps: Ohne RAW kann ich nicht mehr leben :)

  10. Meiner Meinung nach hast du so was von recht und ich finde solche Themen auch super interessant zum Lesen. Ich mag es, wenn jemand seine Meinung konsequent vertritt und diese auch mitteilt und deswegen hast du mich auch mit jedem Satz gepackt, weils einfach der Wahrheit entspricht.

  11. Dein Text ist wirklich sehr gut geschrieben und regt zum nachdenken an! Ich bin auch eine die sich gerne mal auslässt und viele Dinge passen mir bei Instagram nicht… aber du hast absolut recht, dass das ganze gemeckere nichts bringt. Es ist nun mal wie es ist und es wird ja doch so weiter gemacht wie bisher. Wer keine Lust auf Insta und co hat soll es einfach lassen. Punkt.
    Das unterschreibe ich jetzt mal so! :)
    Liebe Grüße :)

  12. Liebe Kim, du triffst den Nagel auf den Kopf.
    In letzter Zeit häufen sich die negativen Artikel und Kommentare von und über Blogger. Aber wenn es doch so schlimm ist, wieso steigen diese Leute nicht einfach aus? Ich sehe das Bloggen bzw. das Lesen und Verfolgen eines Blogs immer noch als freiwillig. Keiner wird gezwungen mitzumachen, keiner muss meine Artikel lesen. Aber wenn doch, dann doch bitte mit Respekt.
    Oft glaube ich aber, dass die Distanz im Netz dem Ganzen Auftrieb gibt. So mancher böser Kommentar oder spitzer Unterton wäre im realen Leben face-to-face vielleicht nicht gekommen. Eine traurige Entwicklung und ich hoffe, dass es irgendwann (bald) aus dieser Abwärtsspirale wieder aufwärts geht.
    Solange du für dich aber Spaß daran hast, sollte es dir egal sein, was die andere denken :)
    Liebe Grüße
    Katharina
    __________
    http://somekindoffashion.de

  13. Schöner Beitrag! Ab und zu ärgere ich mich auch über andere, aber darüber sollte man lieber hinwegsehen und sein eigenes Ding machen – wie du schon geschrieben hast. :)

    Liebe Grüße

    Anna <3

    annashines.com

  14. Sehr gut geschrieben! Ich gebe dir vollkommen recht, man kann sich zwar aufregen und ärgern, aber letztendlich bringt es nichts. Ich halte mich da in der Regel auch raus, sonst verderb ich mir selbst noch den Spaß am Bloggen…

  15. Am schlimmsten finde ich ja Aussagen wie: „Ich kümmere mich leider um meinen Blog und interessiere mich nicht für Insta-Follower“ Und am nächsten Tag sieht man, dass genau diese Person wieder 1000 Follower über Nacht gekauft hat und mit 13k Followern nur 200 Likes pro Bild hat. Oh man, das ist so ein Kindergarten. Schlimm ist nur, dass sich viele Agenturen und Brands nicht um Fake-Follower kümmern. Denen geht es nur um Reichweite, egal ob das Engagement stimmt oder nicht. Bin da vielleicht altmodisch, aber auch gerade weil ich selbst auf beiden Seiten arbeite – Agentur und Blog – kann ich nur sagen, dass Ehrlichkeit immer die beste Lösung ist. Amen. Und danke für den schönen Beitrag liebe Kim .

  16. Liebe Kim,
    vielleicht sollte ich mich von deinem Beitrag angesprochen fühlen, ich bin schließlich auch eine von diesen Meckerliesen. Ich habe nicht über Werbung für Fischstäbchen gemeckert, sondern über Werbung für Matratzen. Nun gut.
    Dein Beitrag ist ein wilder Ritt durch verschiedene Themen, die quasi alle für sich einen einzelnen Beitrag wert sind.
    Ich stimme dir in einigen Punkten zu, z.B. zu den ganzen „Expertenbeiträgen“ zu Fotografie, SEO oder WordPress, die im schlimmsten Fall Fehlinformationen reproduzieren.

    Aber du schreibst: „Mir fehlt einfach die Konsequenz. Du bist genervt von Instagram und willst an dem Zirkus nicht mehr teilnehmen? Dann lass es. Lösch deinen Account oder scheiß radikal auf deine Zahlen.“ Darf man also nicht mehr an der deutschsprachigen Bloggerszene teilhaben, wenn man genervt von ihr ist?
    Muss ich nun meinen Blog und mein Instagram löschen, weil ich nicht damit einverstanden bin, wie andere BloggerInnen sich verhalten?

    Ich halte es für sehr wichtig, die Szene ständig kritisch zu hinterfragen und auch öffentlich zu meckern.
    Das ganze „Blog-Business“ ist einfach noch sehr jung und nicht vollständig entwickelt. Das sieht man zum Beispiel daran, wie viel Schleichwerbung es gibt und wie wenig sich an Gesetze gehalten wird (Impressumspflicht, Kennzeichnungspflicht von Werbung etc.).
    Für mich läuft da zu viel schief, als dass ich einen auf „Friede Freude Eierkuchen“ machen könnte.
    Viele Grüße, Kato

  17. Liebe Kim

    Ein köstlicher Beitrag. Ich habe auch vor kurzer Zeit einen sehr ähnlichen Beitrag geschrieben. Die Themen sind identisch. Auch ich kann die vielen jammernden Blogger, die sich öffentlich über ihre eigenen Blogger-Kollegen auskotzen, nicht verstehen. Meine Vermutung ist dass sie es wegen den Klicks tun. Solche „ich kotz mich mal aus“ Beiträge werden sehr oft gelesen. Wenn also die Klicks etwas zurückgehen, dann kann man das Niveau drei Stufen runterschrauben, ein möglichst dramatischen Beitrag über DIE ANDEREN Blogger schreiben und schon wird der Blog wieder sehr oft geklickt. Das auch viel Neid im Spiel ist muss ich natürlich nicht extra erwähnen.

    An einem Punkt erkenne ich mich aber auch wieder. Auch ich rege mich regelmässig über Blogger mit gekauften Followers auf Instagram auf. Es ist nicht so dass ich diesen „möchte-gern-Instagram-Stars“ nacheifere, es ist nur frustrieren wenn man seit über vier Jahren täglich (!!) für seinen Account arbeitet und solche Leute machen alles kaputt, denn dank ihnen stehen jetzt alle Beuaty- / Fashion-Blogger unter Generalverdacht Faker zu sein. Es ist also nicht Instagram selbst sondern diese Faker die mich nerven.

    LG Dana <3

  18. Liebe Kim,

    du triffst mit diesem Beitrag wirklich den Nagel auf den Kopf.
    Ich kann das ständige Gemecker auch nicht mehr hören, zumal
    man sich ja auch selbst aussuchen kann an welchen Events man
    teilnehmen will oder man lieber zu Hause bleibt.
    Genauso, wie man sich entscheinden kann, wem man folgt oder
    nicht…liegt alles bei einem selbst, daher verstehe ich diese Entwicklung
    eh nicht.

    Oft habe ich das Gefühl, dass größere Blog es vormachen und der Rest
    als Trittbrettfahren mitfahren muss.

    Liebst, Elisa
    http://www.elisazunder.de

  19. Ein toller Artikel, mir geht das ewige gehate sowas von auf den Wecker. Deshalb habe ich mich auch insbesondere an Events eher etwas zurückgezogen. Während andere beschuldigen und lästern, versuche ich meine Energie dem Blog zu widmen um mich zu verbessern. Denn es gibt soviele Bloggerinnen von denen ich mir noch eine Scheibe abschneiden kann, im Gegensatz zu anderen ist mir dies bewusst. Es gibt viele tolle Menschen in der Bloggerwelt mit denen gebe ich mich immer wieder gerne ab :) Auch würde es mir nicht in den Sinn kommen über ein Thema zu schreiben, zudem ich keine Ahnung habe. Das ist auch der Grund warum ich den Ratschlag „mach doch Youtube“ immer nett abweise, denn es gibt viele die machen das super, ich brauch da nicht noch mitzumischen.

    Liebe Grüsse

    Priscilla

    BEAUTYNATURE

  20. Hey Liebes,

    ich glaube die Gründe warum Menschen sich über andere Menschen den Mund zerreißen sind einfach nur Neid und der Wunsch nach Aufmerksamkeit.
    Wahrscheinlich wird sich das nie ändern, irgendwer gibt immer seinen Kommentar ab ;)

    Aber ich mache das in dem Fall gerne, um dir einen schönen Start in die neue Woche zu wünschen!
    Fühl dich gedrückt und bleib einfach so wie du bist, auch was den Blog angeht! <3

    Liebst,
    Mina von Minamia.de

  21. Hallo Kim,
    das von dir Ansgesprochene ist mir auch vermehrt aufgefallen. Vor allem nach der Fashion-Week hat sich das extrem gehäuft. Ich lese solche Beiträge dann erst gar nicht. Auch das mit den Fotografietipps ist extrem weit verbreitet. Ich hatte auch schon überlegt, ob ich einen kritischen Artikel dazu schreiben soll, aber habe dann doch Abstand genommen.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de

  22. Ein sehr ehrlicher und wahrer Artikel. In den meisten Punkten stimme ich dir total zu, auch wenn ich finde, dass man seine Meinung untereinander ruhig auch äußern darf. Darüber Beiträge verfassen würde ich allerdings nicht, so sehr interessiert es mich dann doch nicht.
    Ich gebe zu, dass ich auch etwas den Spaß an Instagram verloren habe. Das liegt zum einen an dem Algorithmus, zum anderen an den (selbsterschaffenen) „Druck“ und dem Gefühl, irgendwie mitschwimmen zu müssen. Für mich war es von Anfang an eine „Gelegenheitsapp“, bei der ich ruhig auch mal für ein paar Tage vom Instagramuniversum verschwinden kann. Irgendwann bekam ich das Gefühl, dort präsent sein zu müssen, aber mittlerweile habe ich das wieder abgelegt.

    Bei Tutorial zum „Werkeln im Handwerkskeller“ musste ich fett grinsen!

  23. Liebe Kim,
    um ehrlich zu sein, kann ich mich dir nicht an allen Stellen deines Beitrags anschließen. Allein der Begriff der Doppelmoral bereitet mir Bauchschmerzen. Zum einen verstehe ich natürlich, dass die das ständige Gemecker auf die Nerven geht. Zum anderen ändern sich aber viele Dinge nie, wenn alle den Mund halten und ihr eigenes Süppchen kochen. Die ganze Branche ist noch so jung… Es besteht auf allen Seiten noch so viel Unwissenheit, dass es einfach auch der Aufklärung bedarf. Mit Doppelmoral hat das in meinen Augen nichts zu tun. Denn ganz sicher nicht jeder, der sich beschwert, macht es nur um von sich selbst abzulenken… Lina Mallon hat dazu auch gerade einen interessanten, wenn auch sehr emotionalen Beitrag verfasst… Denn die Unehrlichkeit einiger betrifft letztlich eine ganze Szene, eine ganze Berufsgruppe, wenn man so will…

    Und nur um irgendeines deiner Beispiele aufzugreifen: wir fotografieren aus verschiedenen Gründen in der Regel NICHT im RAW Format, das neben vielen Vorteilen auch sehr viele Nachteile besitzt. Jedem, der einen Beitrag zum Thema Fotografie veröffentlicht und nicht die RAW Dateien verwendet, deshalb zu unterstellen er hätte keine Ahnung, stimmt so einfach nicht… JPGs haben fürs Web mehr als genügend Qualität… Und dann wären wir wieder bei der Doppelmoral…
    Letztlich sorgt aber natürlich auch dein Beitrag dafür, dass sich alle mit den Themen von gekauften Followern, Kennzeichnung und Co. auseinandersetzen und das ist wichtig! Denn zwischen allem Gezeter und Gemecker gibt es immer noch Gesetze, an die man sich halten muss.

    Liebe Grüße an dich

    1. Hey liebe Melli :)

      Ich kann deinen Standpunkt auch gut verstehen und klar, nur durch öffentliches Hinterfragen, können auch Änderungen vollzogen werden.
      Es ist nur immer die Frage, wie oft und in welchem Ton dies geschieht.

      Zum Thema RAW:
      Das ihr euch überhaupt bewusst dagegen entschieden, schließt euch ja schon von meiner Textpassage aus :D Damit meine ich ja lediglich Tipps von absoluten Laien. RAW war einfach nur als Beispiel gedacht. Klar, sind Jpegs ausreichend und eure Bildqualität ja auch gut. :)

      Liebe Grüße zurück,
      Kim

  24. Liebe Kim,
    wie du schon sagst, ist es gar nicht so leicht, das richtige Maß zu finden. Ich finde es immer besser, bei sich selbst anzufangen, denn nur da können wir wirklich etwas verändern! Statt über andere zu lästern, sollten wir die Zeit lieber in unsere eigenen Blogs investieren.
    Und zum Thema Tipps-Beiträge: Hier hast du definitiv Recht! Da sage ich lieber mal nichts, wenn ich von etwas keine Ahnung habe und gebe stattdessen Tipps in Bereichen, zu denen ich wirklich was zu sagen habe (bei mir ist das zum Beispiel Nähen ;) )
    Liebe Grüße
    Susi

  25. Liebe Kim!
    Danke dir für den tollen Beitrag! Also ich kann dazu nur sagen, dass du mit voller Richtigkeit gerade das ansprichst, was tatsächlich in unserer Bloggerwelt läuft. Also ich könnte jetzt dazu einen Roman schreiben, an welchen Punkten ich dir alles zustimme, aber ich lasse es sein. Ich möchte jedoch diesen Teil betonen:

    „Du bist genervt von Instagram und willst an dem Zirkus nicht mehr teilnehmen? Dann lass es. Lösch deinen Account oder scheiß radikal auf deine Zahlen. Das wäre die einzig logische Schlussfolgerung.“

    Oh wie du Recht hast! Ich habe es sooo satt, mir ständig von Bloggern anzuhören, der hat falsche Zahlen und die ist so und soo..Und Instagram spinnt und blah blah…Ich denk mir jedes mal, schaut bitte auf euren eigenen Kramm und wenn es euch nicht gefällt, dann lasst es bitte sein. Und wie du das auch schön sagtest, die die am lautesten sind, haben ja die meisten Leichen im Keller. So WAHR!

    Ich wünsche dir noch einen wunderschönen Tag!
    Kaja

    http://www.thecosmopolitas.com

  26. Zu aller erst möchte ich erwähnen: dein Lidstrich ist einfach on point!

    Im Grunde genommen liest man die letzte Zeit nichts anderes als negative Beiträge. Neid hier, Eifersucht dort. Teilweise werden Beiträge verfasst, die dann mit der Instastories Welt zB gar nicht übereinstimmen, wo ich mich dann desöfteren frage, was von dem ist jetzt wirklich authentisch und was nicht?
    Es ist schwierig nicht komplett in diesen negativen Trott mit reingerissen zu werden und die Freude beizubehalten.
    GLG Karolina

    https://kardiaserena

  27. Liebe Kim,

    ein grandioser Post! Erst vorgestern habe ich wieder über genau dieses Thema auf Instagram lesen müssen. Bei einer mir privat bekannten Person. Die alles in den Dreck zieht. Die Blogger verurteilt und selbst „Tulpenbilder mit Kaffeetasse“ postet. Ich finde, dein Beitrag ist perfekt auf den Punkt gebracht und stimme dir in allem voll und ganz zu!

    Liebste Grüße <3
    Kati

    http://www.kati-onclouds.de

  28. Liebe Kim, danke für diesen tollen Beitrag! Du hast absolut Recht, es ist wirklich eine Gratwanderung zwischen berechtigter Kritik an dieser Branche und grundlosem Meckern, um von sich selbst abzulenken. Negative Gefühle wie Neid oder Missgunst lernt früher oder später jeder Blogger kennen. Man muss einfach lernen, sich nicht mit anderen zu Vergleichen. Wenn man vergleicht, verliert man – daran muss man sich immer wieder erinnern.
    Ich habe beruflich auch viel mit Bloggern zu tun und merke, dass die Leute immer genauer hinschauen und in Tools investieren, mit denen sich die Zielgruppe ganz genau analysieren lässt. Man will sich ja auch als Marke nicht verarschen lassen. ;)

    LG,
    Katha // http://hirschkind-blog.de/

  29. Wirklich sehr gut geschrieben! Und du hast so Recht, überall scheint jeder in der Szene frustriert zu sein und zu meckern. Das mit den Beiträgen für gute Fotos… das ist ja auch was, was ich richtig schade finde, dieses Überschriften catchen und dann ist da Null Gehalt drin. Solche Beiträge ärgern mich leider wirklich. Aber ich habe für mich beschlossen, dass ich einfach mein Ding mache, ich nehme das Bloggen so wie es mir Spaß macht. Das ist ja auch das schöne an diesem Beruf, man ist selbstständig und der einzige Mensch vor dem man sich überhaupt rechtfertigen muss ist man selbst. Wir alle haben das Bloggen mal aus Leidenschaft angefangen und das möchte ich mir durch Frust und schlechte Laune nicht verhageln lassen :)
    Ganz liebe Grüße,
    Julie