Portraits bearbeiten

In meiner Blogger Tipps Kategorie möchte ich euch hilfreiche Tipps und Tricks bezüglich des Bloggens geben. Dabei liegt mein Schwerpunkt ganz klar bei Fotografie und Bildbearbeitung. Denn auf diesen Gebieten kenne ich mich einfach am besten aus. Da ich diese Reihe nun schon unendlich lange plane und immer wieder verworfen habe, weil sie mir nicht „perfekt“ genug erschien, habe ich nun entschieden einfach anzufangen. In dem heutigen Beitrag soll es ganz speziell um die Bearbeitung von Portrait Fotos gehen. Weitere Artikel der Serie umfassen unter anderem die Themen Outfitfotos, Kamera Ausrüstung, Location Suche und Bildbearbeitungsprogramme. Ich plane eine stetige Erweiterung der Reihe und hoffe meine Tipps können euch bei dem Kreieren eures Contents behilflich. Viel Spaß beim Lesen!

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Die besten Tipps für Portraits: Portrait Fotos bearbeiten

Die richtigen Bildbearbeitungsprogramme: Adobe Photoshop und Lightroom

Das gängigste Programm, um Portrait Fotos zu optimieren ist Adobe Lightroom. Hier können Helligkeit, Kontrast, Farbigkeit und weitere Einstellungen im Nu ausgebessert werden. Vor allem wenn ihr im RAW Format fotografiert habt (was ich definitiv empfehle). Bevor ich mit der Bearbeitung beginne, sortiere ich alle Aufnahmen ganz genau. Bei Lightroom kann ich meinen favorisierten Bildern Sternchen geben und schnell eine Auswahl der besten Fotos schaffen mit denen ich im Anschluss arbeiten möchte. Diese öffne ich anschließend indem ich mir ausschließlich meine bewerteten Fotos anzeigen lasse. Hier korrigiere ich nun Grundeinstellungen, wie Helligkeit, Kontrast, Weißabgleich und Weißwerte im Vorfeld. Ich arbeite an dieser Stelle auch gern mit den Gradationskurven, um eine optimale Helligkeit zu schaffen. Die Farbgebung entsteht durch Probieren oder das Anwenden vorgefertigter Filter. Großer Beliebtheit erfreuen sich vor allem die sogenannten VSCO Filter, welche es auch für Lightroom gibt. Dazu aber später mehr.

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Verwendet die selektive Farbkorrektur, die Farbbalance und Objektivkorrekturen, um eurem Bild einen hochwertigen Look zu verleihen. Zu meinem Workflow bei der Portraitbearbeitung wird es auch ein ausführliches Youtube Video geben, in welchem ihr meinen Arbeitsprozess nachvollziehen könnt. Mit Adobe Photoshop könnt ihr weiter ins Detail gehen und vor allem die Haut optimieren. Pickelchen, Rötungen, störende Härchen, Augenringe und Fältchen können ausgebessert werden. Auch eine definierte Schärfe und ein endgültiges Nachjustieren der Helligkeit lässt sich mit Hilfe von Photoshop besser erreichen, als mit Lightroom. Für perfekt bearbeitete Portraits empfehle ich daher definitiv mit beiden Programmen zu arbeiten. Und ja: diese Programme sind teuer, doch die Investition lohnt sich. Wenn ihr Studenten seid, könnt ihr zudem vergünstigt ein Abonnement bekommen. Ansonsten kann ich auch das kostenlose Bildbearbeitungsprogramm GIMP empfehlen. Es ist etwas schlanker und einfacher als Photoshop und kann super zum reinschnuppern in die Materie verwendet werden. Abgespeckte Versionen der Programme gibt es übrigens auch als App für das Smartphone oder als 30-Tage-Testversion auf der Adobe Website.

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Grundlage schaffen: Bildausschnitt festlegen und Foto begradigen

Bevor ihr mit Farbgebung, Helligkeit und Kontrast den Look eures Portraits kreiert, solltet ihr dafür sorgen, dass der Bildausschnitt stimmt. Dabei geht es zum einen um euer optisches Empfinden, zum anderen um einfache Grundsätze, wie z.B einen geraden Horizont, eine ruhige Linienführung, Symmetrie und den goldenen Schnitt. Bei Lightroom könnt ihr euer Bild ganz leicht beschneiden. Dazu müsste ihr nur unter dem Menüpunkt „Entwickeln“ das „Freistellungsüberlagerungs-Werkzeug“ auswählen. Hier könnt ihr das Bild begradigen und es beschneiden. Dabei könnt ihr immer wieder nachträglich herumprobieren und euren Schnitt mit dem Original vergleichen, bis ihr zufrieden seid.

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Stimmige Farbgebung mit Lightroom: Filter können helfen

Vor allem für uns Blogger ist eine Farbgebung mit Wiedererkennungswert wichtig. Meist wird sogar der gesamte Instagram-Account auf Grundlage eines gewissen Farbschemata gestaltet. Eine ansprechende, individuelle Farbgebung könnt ihr auf verschiedenen Wegen erreichen. Viele Lightroom-Nutzer schwören auf sogenannte Presets. Diese Sets könnt ihr auf unterschiedlichen Seiten downloaden und anschließend installieren. Sie enthalten vorgefertigte Looks, die ihr auf euer Bild übertragen und anschließend noch bearbeiten könnt. Am bekanntesten sind sicherlich die sogenannten VSCO-Filter, welche den Look der früheren Analog-Filme imitieren und daher Namen, wie z.B Kodak Gold tragen. Die Optik dieser Filter entspricht etwa dem von den Filtern der VSCO Cam-App. Daneben gibt es natürlich noch etliche andere Presets, welche ihr schnell findet, wenn ihr nach „Lightroom Presets“ googelt. Möchtet ihr losgelöst von vorgegeben Einstellungen euren eigenen Farblook erstellen, solltet ihr euch unter dem Menüpunkt „Entwickeln“ ausleben. Hier findet ihr unter „Grundeinstellungen“, „Gradationskurve“, „HSL/Farbe/S/W“, „Teiltonung“, „Effekte“ und „Kamerakalibrierung“ sehr viele Möglichkeiten, um die Farbgebung eures Portraits zu beeinflussen. Eine Geheimformel gibt es dafür natürlich nicht. Hier muss viel ausprobiert werden!

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Individuellen Look schaffen: Helligkeit, Kontrast, Körnung & Co

Stark überbelichtete oder unterbelichtete Portraits sind meist wenig vorteilhaft für den Portraitierten. Manchmal kann eine gezielt falsche Belichtung natürlich auch ein Stilmittel sein. In diesem Beitrag gehe ich jedoch von einer ausgeglichenen Belichtung aus. Alle Gesichtspartien sollen gleichmäßig erscheinen und kein Bereich ausbrennen oder in Schatten untergehen. Habt ihr im RAW-Format fotografiert, könnt ihr selbst ein viel zu helles oder dunkles Bild noch im Nachhinein retten. Dafür sind eure wichtigsten Werkzeuge „Helligkeit“, „Kontrast“, „Lichter“, „Tiefen“ und die „Gradationskurve“. Aktuell extrem beliebt sind übrigens Portraits mit starker Körnung. Auch diese könnt ihr ganz einfach via Lightroom einfügen. Euer Weg dorthin führt wieder über die „Entwicklung“ hin zu „Effekte“ und anschließend „Körnung“. Dort könnt ihr Stärke, Unregelmäßigkeit und Größe der gewünschten Körnung einstellen und schon habt ihr ein wunderbar rauschiges Bild. Inspiriert ist dieser Look übrigens auch oftmals von analogen Fotoaufnahmen.

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Feintuning mit Adobe Photoshop: Fältchen, Augenringe & Unreinheiten beseitigen

Nun habt ihr auf jeden Fall schon ein schönes Portrait mit stimmiger Farbgebung, ansprechender Helligkeit und kleinen Zusatzeffekten wie Körnung geschaffen. Doch den wirklichen „Wow-Effekt“ erreicht ihr nur mit anschließendem Feintunig via Adobe Photoshop. Hochauflösende Aufnahmen von Gesichtern offenbaren schließlich oftmals mehr, als ein Blick in den Spiegel. Große Poren, sichtbare Fältchen, Pickel, verschmiertes Make-Up oder bläuliche Augenringe fallen auf Fotos viel stärker auf, als in der Realität. Daher spricht aus meiner Sicht nichts gegen ein wenig Nachbesserung. Vor allem das Hautbild lässt sich unfassbar schön und schnell verbessern. Zeit und Geduld solltet ihr am Anfang allerdings mitbringen. Das gängigste und einfachste Tool zum Ausbessern der Haut oder dem Entfernen von Härchen ist der sogenannte Kopierstempel. Diesen findet ihr in eurer Werkzeugleiste. Mit gedrückter „alt“ Taste könnt ihr nun einen Bereich auswählen und anschließend auf die Stelle klicken, welche ihr ausbessern wollt. Das Werkzeug übernimmt die Bildinformation und ersetzt diese. Auf diese Weise könnt ihr also im übertragenen Sinne ein Stück ebenmäßiges Haut auf einen Pickel „transplantieren“. Mit ein wenig Zeitaufwand könnt ihr so detailliert das gesamte Hautbild perfektionieren. Ähnlich funktioniert das „Ausbessern“ Werkzeug. Die besten Ergebnisse erzielt ihr, meiner Meinung nach, wenn ihr beide Werkzeuge benutzt.

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Meisterdisziplin: Dodge & Burn perfektioniert dein Portrait Foto

Wenn es um Portraits geht, bin ich absolut detailverliebt. Vor allem aus Augen lässt sich extrem viel herausholen. Dazu nutzt ihr am besten die „Dodge & Burn“-Technik. Dahinter steckt kein Hexenwerk, sondern lediglich das Aufhellen und Abdunkeln beliebiger Bereiche des Motives. Ähnlich wie beim Contouring und Highlighting, einer Make-Up Technik, werden auch hier die Vorzüge des Gesichtes hervorgehoben. Durch Schatten/Abdunkeln rechts und links von der Nase, kann man diese z.B schmaler wirken lassen. Auch die Wangenknochen lassen sich auf diese Weise betonen. Welche Bereiche des Gesichtes aufgehellt und welche abgedunkelt werden sollte, habe ich euch bereits in diesem Beitrag gezeigt. Die Technik ist auf das Dodge & Burn-Prinzip übertragbar. Ist das zu bearbeitende Foto ein Ganzkörperbild, kann die Technik ebenfalls zu einer schlankeren Optik verhelfen oder ein spannendes Licht-Schatten Spiel kreieren. Die Anwendungsmöglichkeiten sind riesig und würden an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Daher wird dazu noch ein separater Beitrag folgen!

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Checkliste: Portrait Fotos bearbeiten

  • Bildbearbeitungsprogramme: Adobe Lightroom & Photoshop, Anfänger: Gimp
  • Fotoauswahl gezielt sortieren, Favoriten festlegen
  • Bildausschnitt wählen, Aufnahme begradigen
  • eigenen Farblook kreieren oder Presets nutzen (Lightroom)
  • Look verfeinern: Helligkeit, Kontrast, Körnung & Co (Lightroom)
  • Hautunreinheiten entfernen: Kopierstempel und Ausbesserungswerkzeug (PS)
  • Meisterklasse: „Dogde & Burn“-Technik für DAS Portrait

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Wie hat euch der erste Beitrag meiner Blogger Tipps Serie zum Thema Fotografie & Bildbearbeitung gefallen? Schreibt es mir sehr gern in die Kommentare!

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14 thoughts on “Die besten Tipps für Portraits: Portrait Fotos bearbeiten

  1. Ich muss gestehen, ich habe wirklich mehrmals versucht, mich Lightroom anzunähern, aber ich werde damit einfach nicht warm :(((
    Hast du vielleicht auch Tipps für Photoshop vorgefertigte Filter? Ich habe mir dort selber eine Action gebastelt, die ich auf meine Bilder anwende, aber was Neues wäre auch interessant.
    Toller Post! <3
    lg
    Esra

    https://nachgesternistvormorgen.de/

    1. So ging es mir mit Lightroom tatsächlich auch unglaublich lang. Ich habe davor auch ausschließlich mit PS gearbeitet und habe da auch immer noch meine eigenen Actions die ich nach der Lightroom Bearbeitung noch zusätzlich drüberlege.

      Vorgefertigte PS-Filter gibt es auch. Ich habe damals ganz viele bei DeviantArt gefunden. Ich weiß aber nicht in wie weit die Plattform noch aktuell ist. Die sind vor allem übersichtlicher, um sie im Nachhinein zu Bearbeiten.

      Aber schau dir Lightroom ruhig nochmal an, vielleicht springt der Funke noch über. Macht den Arbeitsprozess bei Bilderserien viel schneller :)

      Liebe Grüße zurück :*

  2. Mich Persönlich hat die Abo Pflicht von Adobe abgeschreckt, den an weiteren laufenden kosten hatte ich kein Interesse.
    Dafür habe ich Affinity Photo für mich entdeckt, hier kann man auch entsprechende Verbesserungen durchführen und man bekommt trotz 1x Zahlung weiterhin die Updates.
    Ich denke am Ende ist es Geschmackssache.
    Trotzdem Echt gut erklärt und wirklich schöne Bilder, aber wieso alle auf dem Kopf ? =D
    Grüße
    Sven

  3. Puh was für ein Tutorial, da steht wirklich viel spannendes drin, fast zu viel auf ein mal^^ Ich arbeite meist nur mit Photoshop, vielleicht muss ich mir mal dein Video anschauen. Lightroom ist auch spannend.

  4. Ein sehr hilfreicher Post
    Ich beschäftige mich momentan nebenbei auch mit diesem Thema, da ich mir vor kurzem eine Spiegelreflexkamera zugelegt habeDie Tipps werde ich bestimmt ausprobieren

    Liebe Grüße

    Jenny

    Jennybee87.blogspot.de